
„Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.”
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.“
[Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana: „The Life of Reason“, 1905]
Kurz gesagt ist alles, was gestern passierte, heute schon „Geschichte“. Wenn ich die vergangenen Geschehnisse nicht bedenke, keine Schlüsse aus ihnen ziehe, nicht aus ihnen lerne, dann kann ich Gegenwart und Zukunft nicht gestalten.
Auch aus diesem Grund unternahm die Jahrgangsstufe 13 der AEG vom 16. bis zum 18. November mit den begleitenden Lehrkräften Herrn Brückner, Frau Dr. Sigismund und Frau Hasken eine Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar, welche an die dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte erinnert. So wird an diesem Ort an die Ermordung von über 56.000 Menschen erinnert, zum Beispiel an die durch Folter, medizinische Experimente und Auszehrung getöteten Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte sowie Kriegsgefangene. In diesem Zusammenhang schrieb schon Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: „Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick.“
Auch für uns war es eine Erfahrung, welche unvergessen bleiben wird, eine Erfahrung, die es wert war und ist, nicht in Vergessenheit zu geraten.
In Erinnerung bleiben wird uns dabei sicherlich besonders der kalte Wind, der uns an beiden Tagen auf dem schroffen Lagergelände oben auf dem Ettersberg in die Knochen fuhr und der uns einen ersten Eindruck vom Leben der Häftlinge im Lager vermittelte, welche aber im Gegensatz zu uns nur in dünne Stoffkleidung und Holzpantoffeln gekleidet waren. In Erinnerung bleiben werden für uns auch die Momente, an denen es plötzlich still wurde, zum Beispiel in dem Moment, an dem wir das Lagertor durchschritten – „Jedem das Seine“ – oder beim Anblick, der sich uns im Krematorium und darunter bot.
Viele Fragen begleiteten uns auf dem Weg zu diesem Ort des Erinnerns, viele Erfahrungen und neue Fragen begleiten uns von diesem Ort, der nie hätte existieren dürfen, den es aber dennoch gegeben hat und der nie wieder existieren darf.
R. Stausberg-Brückner