Am 22.04.2020 wurde der „Tag der Erde“ in über 175 Ländern gefeiert. Leider hat Corona vieles überschattet, sodass die Klimaproblematik in den Hintergrund gerückt ist. Eine gute Nachricht ist aber, dass Deutschland laut Prognosen das Klimaziel 2020 noch erreichen kann. Schließlich wird momentan nicht mehr so viel CO2 ausgestoßen, da Flüge gestrichen werden, weniger PKW fahren und Fabriken ihre Produktion einstellen.

In Rückblick auf den „Tag der Erde“ werden ein Aufsatz und einen Brief an die Schulleitung von Esra und Larissa aus der 12. Stufe veröffentlicht. Beide stammen aus dem Philosophieunterricht und wurden beim Lernen auf Distanz angefertigt.

Hintergrund war die Auseinandersetzung mit Konflikten und Werten. Nachdem sich der Philosophiekurs mit Philosophen wie Bentham, Mill und Kant im Rahmen des Utilitarismus und kategorischen Imperativs auseinandergesetzt hat, ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass vor allem die jüngeren und nachfolgenden Generationen einen großen Stellenwert einnehmen. Damit auch sie zukünftig in einer schönen Welt leben können, in der es genug Blumen, Früchte und sauberes Wasser gibt, müssen alle Menschen die Erde schützen und nachhaltig leben.

Leider haben wir es bisher nicht geschafft, klimafreundlicher zu leben. Doch plötzlich kommt die Corona- Krise und alles verändert sich. Sogar die Politik handelt sofort und alle Menschen haben Angst. Der gelungene Aufsatz von Esra setzt sich vergleichend mit den Konsequenzen der Politik bezüglich der Klimakrise und Corona auseinander.

Der Brief von Larissa bezieht sich direkt auf die Handlungsebene. Corona hat gezeigt, dass man schnellstmöglich handeln kann. Die schnelle Umsetzung soll auch bei der Klimaproblematik zu sehen sein. Larissa zeigt an einem kreativen Brief an die Schulleitung, wie unsere Schule nachhaltiger gestaltet werden kann.

 

Aufsatz von Esra aus der Q1

Regierungen verkünden drastische Maßnahmen. Warum funktioniert das nicht bei der Klimakrise?

Wir leben in einer Zeit, die in die Geschichte eingeht, da sowohl die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik von der sogenannten Corona- Pandemie geprägt ist. Nicht nur die Gesellschaft, die Angst vor den Folgen der Krankheit hat, sondern auch die Politiker reagieren sehr drastisch und handeln sofort. Schulen werden geschlossen, Großveranstaltungen abgesagt und Landesgrenzen gesperrt.

Ebenso global ist die Klimakrise.Wenn wir nicht bald handeln, ist sie noch weit gefährlicher als Covid19 es je sein könnte. Doch wieso ruft der Coronavirus so heftige Reaktionen hervor und die Klimakrise nicht?

Warum stellt die EU keine Maßnahmen zur Reduktion und Kompensation von Co2 auf?

Für die Corona Pandemie werden Grenzen geschlossen, Flüge stoniert, die Politiker diskutieren über Ausgangssperren.

Die Antwort auf die Frage, warum die Gesellschaft und die Politik so rasant auf den Virus reagiert haben, aber nicht auf die Klimakrise, ist folgende: Menschen sehen immer wieder aktuelle coronainfizierte Gebiete und die Anzahl der Erkrankten in den Medien und fürchten sich davor. Das Thema Coronavirus geht durch die Welt. Das Thema ist immer verfügbar, wie bereits der Psychologe Daniel Kahneman berichtet. Doch Klimakrise und Artensterben sind für die Menschheit weit bedrohlicher als eine zusätzliche Viruserkrankung, so bedrohlich und potenziell tödlich diese Erkrankung auch sein mag. Wir Menschen denken leider nur an uns Menschen und nicht an die Zukunft unserer Erde. Die Virus-Gefahr ist akut und unmittelbar und die Konsequenzen sind innerhalb von Wochen potenziell tödlich. Zudem wird Corona zwar viele, aber nicht jeden treffen und es ist vorübergehend.

Damit der Klimawandel genauso wahrgenommen wird wie der Coronavirus, müssten die Menschen am besten heute noch um ihr Leben fürchten. Uns fehlen täglich hautnahe und greifbare Daten in allen Medien, sodass die Politiker ebenso rasant reagieren und handeln. Die Gesellschaft ist nicht bereit nachhaltig zu leben, doch ein Virus bewegt jeden dazu, aus Angst zu handeln: Die Politik und die Gesellschaft.  Die Klimakrise  ist eine Menschheitsbedrohung im Gegensatz zu dem Coronavirus. Wir sind eine Erregungsgesellschaft wie bereits der Philosoph Richard David  Precht sagte.

Die Gesellschaft hat mehr Angst um ihr Leben, als um das Überleben der Menschheit.

Esra Ayar 12E

 

Brief von Larissa aus der Q1

Sehr geehrte Schulleitung,

in diesem Brief geht es um den Klimaschutz. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Denn wenn die Welt durch uns beschädigt wird, müssen auch wir dafür sorgen, dass es ihr wieder besser geht. Wir als ganze Schule können auch was für unsere Welt tun. Deshalb stelle ich Ihnen hier ein paar Möglichkeiten vor. Mein erster Vorschlag ist, Unterrichtsmaterialien über Energie, Umweltschutz, Klimaschutz, Verkehr etc. einzusetzen. Naturschutz- und Umweltorganisationen bieten zu diesen Themen gute Unterrichtsmaterialen an. Diese können sogar in verschiedenen Fächern wie Englisch, Deutsch, Biologie und Politik genutzt werden.

Experten im Klassenzimmer. Wissenschaftler könnten den Schülern komplexe Themen näher bringen und eine gute Ablenkung für den normalen Schulalltag sein. Eine Online-Forschungsbörse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vermittelt deutschlandweit ungefähr 70 Nachhaltigkeitsforscherinnen und -forscher, die ihr Wissen zur Verfügung stellen.

Man könnte sich während der Projekttage mit der Natur beschäftigen. Dies könnte vorallem für die jüngeren Schüler spannend sein, da sie viel neugieriger sind . Sie könnten bei der Naturbeobachtung viele neue Dinge lernen wie zum Beispiel, das es wichtig ist, dass wir mit der Natur vorsichtig umgehen müssen.

Auch Änderungen beim Schulessen könnten zur Verbesserung des Klimas führen. Man könnte Zutaten benutzen, die möglichst aus der Region stammen. Dazu könnten noch mehr Bio- und saisonale, frische Produkte eingesetzt werden. Zusätzlich könnten durch Umfragen des Mensateams Essenspläne anhand der Lieblingsgerichte erstellt werden.

Auch kleine Dinge können der Welt auf  Dauer helfen. Sie als Schulleitung könnten zum Beispiel die Eltern der Kinder anregen ihren Kindern Füller mit integrierten Tanks oder Lineale aus Holz zu kaufen. Dies würde den Plastikverbrauch stark senken. Eine weitere Maßnahme die Sie einführen könnten wäre die Nutzung des Recyclingpapiers für Arbeitsblätter und Klausuren. Ich hoffe, wir können einige dieser Anregungen und Ideen gemeinsam umsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Larissa Koch

Tag der Erde – Warum wir gerade jetzt das Klimaproblem vermehrt ins Auge fassen sollten + erste Umsetzungsvorschläge für die AEG